Liebe Eltern der Jahrgangsstufen 5 – 8,

Wir fahren auf Sicht

Das heißt: Nach Sichtung aller Vorgaben vom Amt und der umsichtigen Abwägung aller Faktoren tasten wir uns vorsichtig nach vorne. Absichtlich halten wir die Gruppengrößen übersichtlich, bestellen die Schüler*innen gestaffelt und zeitversetzt, damit wir die Aufsicht derselben gewährleisten können. Sichtbar markieren wir Abstände, weisen auf Ein- und Ausgänge, sowie wichtige Maßnahmen hin. Wir sind der Ansicht, dass, wenn sich alle Beteiligten einsichtig zeigen und die Regeln einhalten, wir gute Aussichten auf Erfolg haben. So ist auch ersichtlich, warum Schule Sinn macht. Diese Sichtweise wiederum stimmt uns – trotz dichtem Nebel – ausgesprochen zuversichtlich.
LMV

Liebe Eltern der Jahrgangsstufen 5 – 8,       

wie Sie diesem Einstieg entnehmen können, hatten wir in den letzten Wochen alle Hände voll damit zu tun, eine neue Struktur für unsere Abschlussjahrgänge 9 und 10 aus dem Boden zu stampfen. Dies ist uns mit vereinten Kräften gut gelungen. An dieser Stelle möchten wir uns bei unseren Kolleg*innen für ihren großen Einsatz bedanken. Wir möchten uns aber auch und insbesondere bei Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Geduld bedanken.

Wir wissen, dass die Wochen, in denen Sie Ihre Kinder zuhause betreuen und mit Struktur versorgen, die am 16.03.2020 plötzlich weggebrochen war, immer länger werden. Sicherlich sehnen auch Sie sich danach, an dieser Stelle eine baldige Entlastung zu erfahren. Aber wie die Bundeskanzlerin bereits letzte Woche sinngemäß sagte: Es gibt schrittweise eine Rückkehr zur Normalität, aber eine Normalität mit Corona.

Das heißt, wir müssen noch länger mit der Gefahr der Virusinfektion rechnen und entsprechend Vorsorge treffen, indem wir die Kontakte regulieren. Kontakt, Beziehung, Kommunikation sind die Grundlagen unseres Berufes, diese müssen neu gedacht und erfunden werden. Das fordert uns täglich heraus. Während wir die “großen” Schüler*innen endlich wieder real sehen dürfen, müssen wir gleichzeitig auf Abstand zu ihnen gehen und auch dafür sorgen, dass sie miteinander auf Abstand bleiben. Die Wiedersehensfreude müssen wir paaren mit der strengen – wenn auch vernünftigen – Kontrolle unserer Bewegungen im Raum. Das fühlt sich komisch und widersinnig an. Aber diese Umstellungen gehen noch weiter. Jeder Raumwechsel muss zunächst vermieden oder zumindest vorbereitet und durch besondere Vorsichtsmaßnahmen begleitet werden. Gewohnte dezentralisierende Unterrichtsmethoden insbesondere an der IGS, wie etwa die Partner- bzw. Gruppenarbeit sind derzeit und wahrscheinlich für länger tabu. Selbst das schlichte gemeinsame Betrachten eines Arbeitsblattes, um anschaulicher zu erklären, ist vorerst unmöglich.

Diese Veränderungen sind allerdings noch gering im Vergleich zu unseren Kontakten mit unseren jüngeren Schüler*innen. Hier begegnen wir ihnen seit Wochen nur medial. Sei es per E-Mail, telefonisch oder als „Kurierdienst“ versuchen alle Beteiligten etwas von unserem Bildungsauftrag zu retten, dem wir uns nach wie vor verpflichtet fühlen. Manch einer probiert sich weitergehend und experimentell an Videokonferenzen, sogenannten Dropboxen oder Chats in einem eigens eingerichtetem Blog.
Aber auch wenn hier in dieser Krise eine Chance liegt, endlich die allerorts geforderte Digitalisierung voranzutreiben, ersetzt unserer Auffassung nach nichts davon die reale Begegnung. Digitalisierung dient aus unserer Sicht maximal der Unterstützung der menschlichen direkten und realen Kontakte. Im Klassenraum kann sie eingesetzt werden, um Zugänge zu Lerninhalten auszudifferenzieren und so vielleicht und bedingt etwas von der viel umkämpften Chancengleichheit schaffen, für die gerade unsere Schulform steht. Aber wie gesagt: unterstützend und eben nicht ersetzend.

Denn kein Medium dieser Welt kann die vielschichtigen Facetten der menschlichen Kommunikation, wie etwa die räumliche Nähe, eventuelle und respektvolle Berührungen, die Gerüche, die Stimme bzw. Stimmlage, die Körperhaltung, die Gestik und die Mimik, die der oder die Gegenüber intuitiv “liest” und fühlt, in der gleichen Komplexität transportieren.

Kein Medium dieser Welt kann die Beziehung ersetzen. Will heißen: wir vermissen unsere Schüler*innen.

Aus diesem Grund werden wir alles daran setzen, die Begegnung mit Ihren Kindern in Schule vorzubereiten.
Schrittweise, nach Vorgaben der Bundes- und Landespolitik, auf Sicht im dichten Nebel.
Noch können wir nichts Konkretes sagen, schon gar nicht versprechen, außer, dass wir Sie nicht vergessen.
Wir müssen leider Ihre Geduld noch weiter in Anspruch nehmen. Aber dieser Brief soll Sie versichern, dass wir in Gedanken stets bei Ihnen, vor allem bei Ihren Kindern sind.

Es sind außergewöhnliche Zeiten, die uns über uns hinauswachsen lassen, wenn wir zusammenhalten. Wir bitten Sie inständig, darauf zu vertrauen, dass alles gut wird. Denn dieses Vertrauen ist unsere Kraftquelle, sowohl für uns als Schulleitung, wie für unsere Lehrer*innen, aber auch für Sie und ganz besonders für Ihre Kinder. Machen Sie sich keine Sorgen um die schulische Laufbahn, sondern – wenn überhaupt – um die Gesundheit – physisch wie psychisch.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind in Bewegung bleibt, körperlich wie geistig, dass es regelmäßig Pausen einlegt und dass der digitale Medienkonsum nicht überhandnimmt.

Wenn es aber gar nicht mehr geht, holen Sie sich unbedingt und rechtzeitig Hilfe.

Über den SEB unter MartinaKrajcirova@hotmail.com können Sie Ihre Fragen an uns loswerden.

Sollten familiäre Probleme auftreten, die Sie professionell behandeln (lassen) wollen, könnten Sie
beispielsweise Ihre*n Kinderarzt/ -ärztin aufsuchen oder Sie wenden sich an folgende Stellen:
Unsere Jugendhilfe steht Ihnen für telefonische Beratung gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten sind:

-   jugendhilfe.herder@junularo-ffm.de

-   Ralf Bördner              ralf.boerdner@junularo-ffm.de        0157/ 32 56 7520  mo. u. di.

-   Ann-Christine Mütze   ann-chris.muetze@junularo-ffm.de  0157/ 37 63 7403  mi. u. fr.

-   Alina Haas                 alina.haas@junularo-ffm.de             0175/ 21 47 405   do. u. fr.

Erziehungsberatungsstellen in Frankfurt am Main und weitere hilfreiche Links finden Sie hier: https://www.ebffm.de

Das Beratungstelefon „Corona-Zeit mit Kind“ des Frankfurter Kinderschutzbundes ist von Montag bis Freitag von 10.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr besetzt und kann unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/6646969 erreicht werden.

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Bleiben Sie gesund und tapfer.

Ihr Schulleitungsteam der IGS Herder